Fonte di Foiano – Die Früchte harter Arbeit

Fonte di Foiano Olivenöl

Erst seit einigen Jahren fließt Olivenöl durch die Adern der Brüder Simone und Paolo Digaetano. Dennoch: Binnen kurzer Zeit haben die Newcomer den hartnäckigen Mythos, dass aus ihrer Gegend keine Spitzenöle kommen können, eindrucksvoll widerlegt.

Weinliebhaber in aller Welt kennen die Gegend um Bolgheri in der Toskana, nur wenige Kilometer vom Tyrrhenischen Meer entfernt. Es ist eine Traumgegend, wie aus dem Toskana-Reiseführer. Hoch aufragende Zypressen und mächtige Schirmpinien säumen kleine Straßen, die zu malerischen Dörfern führen. Neben akkurat gepflegten Weinbergen prägen Olivenhaine die Landschaft. Vor wenigen Jahren sprach man noch abfällig vom olio salato aus dieser Gegend. Vom salzigen Öl. Man war der Meinung, dass hier kein Spitzenöl entstehen könne. Das Meer sei zu nah, die Wurzeln der Bäume quasi im Salzwasser, und dann das feuchte Klima, das den Olivenfliegenbefall begünstige! 

Fonte di Foiano Olivenöl


Den Mythos, man könne nur im Landesinneren hochqualitatives Öl produzieren, widerlegten die Brüder Simone und Paolo Digaetano von Fonte di Foiano auf sehr überzeugende Weise. Spätestens seitdem sie 2013 die bei vielen Spitzenproduzenten prestigeträchtige Auszeichnung des »Il Magnifico« erhalten hatten, revidierte die Fachwelt ihr Bild von den Ölen aus dieser Gegend. Ihr mittlerweile verstorbene Vater Michele war es, der 1979 zusammen mit seiner  jungen Familie sein früheres Leben als Star-Friseur in Mailand für ein verwildertes Stück Land südlich von Livorno hinter sich ließ. Und er begann, sich um die jahrelang vernachlässigten Olivenbäume auf seinem Grundstück zu kümmern.

Simone und Paolo liebten von Kindesbeinen an die Arbeit mit dem Vater auf den Feldern und in der Ölmühle und beschlossen 1997, ganz ins Unternehmen einzusteigen. Als erstes montierten sie die gerade mal vor sieben Jahren gekaufte Ölmühle ab und wechselten zu ganz neuer moderner Ölmühlentechnologie. Ein drastischer Wandel: Das aus der neuen Anlage gewonnene Öl war deutlich anders in Geruch und Geschmack. Bitterer, aber auch frischer und reiner. Die umliegenden Bauern, die ihre Oliven bei den Digaetanos verarbeiten ließen, erkannten ihr eigenes Öl nicht mehr und kamen damals nicht wieder. 

Fonte di Foiano Olivenöl

 

Das Hauptproblem beim Olivenöl sei eine »Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht«-Mentalität, meinen die Brüder. »Manchmal musst du Dinge radikal verändern, um weiterzukommen,“ ist sich Paolo sicher. Und das haben die beiden konsequent umgesetzt. Mit jährlich wachsendem Erfolg. Mittlerweile bewirtschaften die Brüder ca. 28 ha Land mit 8.000 Bäumen.

Ein Tipp: Besuchen Sie das Oliveto Fonte di Foiano, wenn Sie in der Gegend Urlaub machen. Ihr vegetarisches Restaurant „Tra gli Ulivi“ auf ihrem Landgut befindet sich inmitten von Olivenbäumen. Es hat von Ende April bis Ende September geöffnet und ist definitiv auch einen Umweg wert. Die Qualität und Zubereitung der kleinen Auswahl an Gerichten ist vorzüglich, die des Olivenöls sowieso und Sie schauen von der Terrasse zu wie die Sonne im Meer versinkt. Che bello!

Fotos: Stefan Bogner / SuperOlio

Zum Olivenöl Fonte di Foiano - Riflessi

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